Glaube am Leben geprüft

Für unsere aktuelle Podcast-Folge haben wir uns diesmal einen Gast eingeladen. Es war ein interessantes Gespräch zu spannenden Themen.

Zwei Dinge haben mich im Nachgang noch beschäftigt.
Zum einen ging es darum, dass der Glaube durch unser Leben „geprüft“ wird. Passt mein Glaube zu dem, was ich erlebe? Trägt er? Ich denke, dass wir Sätze wie „Jesus ist da“ immer wieder „buchstabieren“ lernen müssen.
Das andere, was mich noch bewegt, haben wir im Gespräch nur kurz angerissen: Jugend und Gemeinde. Es war als Nacheinender erwähnt, ist aber eigentlich doch gleichzeitig und bestenfalls miteinander. Oder ist dieser Wunsch eine fromme Illusion, die vielleicht auch gar nicht so erstrebenswert ist?
Ist alles auch noch nicht fertig gedacht. Aber vielleicht regt es euch zum Denken an.

Hier die Folge #8:

Zum Glück sind bald Ferien

Die Sommerferien rücken näher. Noch wechseln sich Homeschooling und Unterricht in der Schule ab. Und ich muss sagen, dass ich mir mehr und mehr mehr Normalität wünsche.

Heute beim Essen erzählt unsere Tochter aus der Schule. Für die letzte Stunde im Kunstunterricht hatte die Lehrkraft die Idee, dass die Schüler sich gemeinsam eine Dokumentation anschauen können. An und für sich ist es ja eine schöne Sache, dass man einen netten Abschluss des Schuljahres hat – gerade nach Unterricht in Coronazeiten. Was sie dann geschaut haben, war eine interessante Auswahl (einer Schülerin) für einen entspannten Film in der letzten Unterrichtsstunde eines Faches: Eine Doku über Tierhaltung und -schlachtung!

Es wird Zeit für Ferien.

Musik liegt in der Luft

Vor ein paar Tagen haben wir eine neue Folge für unseren Podcast aufgenommen. Wir plaudern auf unserer Terrasse gemütlich über Musik. Im Hintergrund zwitschern fröhlich die Vögel. 🙂

Was hat sich beim Musik Hören nicht alles verändert in den letzten 25-30 Jahren.

Eine Verkettung glücklicher Umstände

Die Nacht war so richtig erholsam. Ich wache morgens auf und fühle mich frisch und ausgeschlafen.
In der Küche mahle ich Kaffeebohnen, presse sie in den Siebträger und lasse mit Hochdruck kochendes Wasser darüber laufen. Der Duft erfüllt den Raum. Ich trinke den Kaffee nicht, um wach zu werden oder zu bleiben, sondern einfach weil er unglaublich lecker schmeckt. Dazu gibt es ein Brötchen mit selbst gekochter Marmelade.
Heute scheint die Sonne. Ich beschließe, zu Fuß ins Büro zu gehen. Auf dem Weg treffe ich viele Leute, die freundlich grüßen und ein Lächeln verschenken. Mit einigen komme ich ins Gespräch. Wir haben nette Unterhaltungen.

Irgendwann im Büro angekommen, erhalte ich einen Anruf von Robert Smith. Ich kann sein genuscheltes Englisch erstaunlich gut verstehen. Er fragt, ob ich Lust hätte, seine Band auf den Sommerfestivals in Deutschland zu begleiten. Ich könnte ihn bei ein paar Liedern mit der Gitarre unterstützen. Außerdem würde er die Gelegenheit gern nutzen und sich mit mir über den Glauben austauschen. Während der Konzerte hätte ich die Möglichkeit, ein paar Worte an die Besucher zu richten. Ich freue mich und trage die Termine in meinen Kalender ein.
Wenig später erhalte ich eine Nachricht von Martin Gore. Er schickt mir ein paar Demoaufnahmen von neuen Liedern. Martin bestellt liebe Grüße von Dave und Andrew. Sie bitten mich um ein Feedback zu den Demos. Zusätzlich laden sie mich ein, mit ihnen ins Studio zu kommen. Auch die drei wollen gern mit mir über ihre spirituelle Reise sprechen. Das wird dann wohl ein gemeinsames Buchprojekt.

Zum Mittag gibt es Grünkohl. Eigentlich ist es zu warm dafür. Daher esse ich anschließend noch ein Schokoeis.
Am Nachmittag sammle ich ein paar Ideen für verschiedene Texte, die ich noch schreiben möchte. Dabei bin ich ziemlich kreativ und es entstehen Konzepte für Predigten und Poetries.
Als ich nach Hause komme, empfängt mich meine Familie und wir spielen noch zusammen im Garten. Abends essen wir frisch geräucherten Heilbutt.

In den Nachrichten erfahre ich, dass alle Länder der Welt sich auf einen universalen Schuldenerlass geeinigt haben, sowohl für jeden Menschen, alle Firmen und alle Staaten. Niemand ist einem anderen mehr etwas schuldig. In diesem Zusammenhang wird parallel ein bedingungsloses Einkommen für alle Menschen der Erde vereinbart. Niemand muss Sorge haben, finanziell unterversorgt zu sein. Gleichzeitig wird beschlossen, die weltweiten Ressourcen so zu verteilen und zugänglich zu machen, dass alle davon profitieren. Außerdem werden sämtliche Abhängigkeitsverhältnisse der modernen Sklaverei wie zum Beispiel Kinderarbeit, Menschenhandel und Prostitution abgeschafft.
Im Zuge des Schuldenerlasses und der Freiheit für alle, beginnen die Menschen Vergebung und Barmherzigkeit untereinander zu praktizieren. Familien und Völker versöhnen sich.
Viele lassen sich davon anstecken und lassen sich ebenfalls mit Gott versöhnen. Sie leben auch in dieser Beziehung aus der Vergebung und entdecken neue Freiheiten.

Ich staune: Wow… das alles passiert an einem Tag.
Meine Frau und ich zeugen noch ein Kind und schlafen dann zufrieden ein.
Ich freue mich schon auf den nächsten Tag. Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Ärzten und Pharmaindustrie hat angekündigt, dass es entscheidende Fortschritte in der Behandlung unheilbarer Krankheiten gibt; und zwar für alle Menschen kostenlos zugänglich.

Einseitigkeit

Für einen differenzierten Text habe ich jetzt keine Zeit,
deshalb erlaube ich mir hier Einseitigkeit.
Einerseits, andererseits – das wäre schön.
Heute muss es mal ohne geh’n:
Corona, du nervst mich immer noch – extrem!

Das literarische Duett

In der aktuellen Podcastfolge reden wir diesmal über Literatur.

Nun bin ich wirklich kein Experte, was dieses Thema angeht. Als Kind und Jugendlicher habe ich irgendwie keinen Zugang zum Lesen bekommen, obwohl ich auch Bücher gelesen habe. Für die Schule habe ich dabei auch mal geschummelt. Ich erinnere mich aber auch, dass meine Oma mir immer wieder mal Bücher geschenkt hat.

Heute lese ich gern, aber verhältnismäßig langsam. Aber ich lese den Kindern auch vor, unter anderem aus den Chroniken von Narnia. Meine Frau und meine Kinder lesen bedeutend mehr und schneller als ich. Meine Frau erzählt mir dann gerne mal etwas aus den Büchern.

Ps: Im Gespräch im Video kann ich mich nicht erinnern, in letzter Zeit Bücher gelesen zu haben, die weder direkt noch indirekt mit dem Glauben zu tun haben. Im Nachhinein sind mir dann doch einige Bücher eingefallen, zum Beispiel von: Jana Hensel, Georg Schramm, Bastian Sick, Petra Gerster und Stephan Grünewald.

Wo das Wasser tief ist

„Der Text gefällt mir besser als manche von Marco Michalzik“, sagt meine Tochter zu mir, nachdem wir die ImPuls-Veranstaltung (Online-Gottesdienst des Ostfriesischen Gemeinschaftsverbandes) in der Playlist geschaut haben. Ich hatte dafür ein Poetry geschrieben und auf Video aufgenommen.
Meine Tochter und ich schätzen Marco und seine Texte sehr. Was dieser Künstler textet und produziert, hat ein sehr hohes Niveau. Jeder hat ja auch seinen eigenen Stil. Es lässt sich nicht immer alles eins zu eins vergleichen.
Ich selbst bin mir auch durchaus bewusst, dass bei mir noch viel Luft nach oben ist. Marco spielt als Poet in einer anderen Liga. Aber gerade deshalb habe ich mich besonders über dieses Kompliment gefreut.
Es geht in meinem Poetry um Petrus in einer Situation, die mich schon lange fasziniert.

Hier ist der Link zum Video:

 

Außerdem ist hier nur die Tonspur zu hören:

 

Ein kleiner Ausschnitt:
„So oft sagts du mir:
Komm und trau dich.
Doch finde den Rettungsring nicht
und auch das Tau nicht.
Ich trau mich nicht,
und werde traurig.“

Von der Illusion der Zeit

Ich mag Philosophie und philosophieren, nachdenken auf der Metaebene und auch über konkrete Aspekte. Wobei ich auch zugeben muss, dass mein philosophisches Wissen sehr begrenzt ist. Mit Fug und Recht kann ich von Sokrates den Satz zitieren: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Oder auch Paulus: „Unser Wissen ist Stückwerk.“

Ich möchte hier nun nicht über Zeit und Ewigkeit sinnieren. Zeit scheint mir ein dehnbarer Begriff zu sein, obwohl sie doch eine feste Größe ist. Eine Stunde hat 60 Minuten. Daran gibt es nichts zu rütteln – selbst wenn die Zeit mal umgestellt wird.
Subjektiv jedoch habe ich den Eindruck, dass es gar keine Zeit gibt, weil ich keine Zeit habe – auch wenn manche sagen: du musst sie dir nur nehmen.

Könnte es sein, dass Zeit nur eine Illusion ist? Ein Begriff für etwas, wovon wir hoffen, es in den Griff zu bekommen. Dabei zerfließt sie. Die Zeit flieht davon. Sie lässt sich nicht festhalten. Sie zerrint.
Wir messen zwar den Tag in Stunden und das Jahr in Monaten. Aber wenn die Zeit fehlt, dann ist sie vielleicht wirklich nicht da.
Selbst in Coronazeiten hat sich da nicht viel geändert. Ich habe immer noch zu wenig Zeit. Der Tag könnte jeden Tag ein bis zwei Stunden länger dauern, die Zeit würde nicht reichen.
Wird Zeit nun verbraucht? Oder muss man sie sich nehmen? Wo wird sie angeboten?
Jetzt komm mir nicht mit Zeitmanagement. Es lässt sich nicht managen, was es nicht gibt. Es sei denn, du bist Banker.

Aber Zeit ist ein Illusion.

Spieleabend

Irgendwann habe ich mal den Begriff Qualitätszeit gehört. Meistens in einem Zusammenhang, wenn jemand nicht so viel Zeit für schöne Aktivitäten und Familienzeit hat. Dann ist Qualitätszeit die Zeit, in der man dann etwas besonderes unternimmt oder nach einem anstrengendem Tag noch mit den Kindern spielt, bevor sie ins Bett müssen.
Ich habe mich oft gefragt, wie qualitativ wertvoll so eine Zeit ist, wenn die Kinder schon müde und überdreht sind und das Sofa mir zuruft, dass es mich vermisst und ich doch kommen und die Füße hochlegen soll.

Vor etwa zwei Wochen haben wir als Familie einen Spieleabend gehabt, bei dem wir Phase 10 gespielt haben. Das Spiel dauert etwas länger und wir sind nicht fertig geworden. Aber man kann ja auch nach einer Unterbrechung fortsetzen. Freitag Abend war es dann soweit.
Nach dem Abendessen haben wir vereinbart, dass wir uns um 20 Uhr zum Spielen treffen. Tatsächlich saßen zum angesetzten Zeitpunkt alle sechs Familienmitglieder um den Tisch. Was selbstverständlich nicht bedeutet, das wir direkt angefangen haben zu spielen.

Zunächst kam die Frage auf, ob es denn auch Chips zu essen gibt. Also haben wir eine Tüte Chips in Schalen verteilt. Außerdem standen Einzelne wieder auf, um sich mit Getränken zu versorgen. Eine Mitspielerin hatte noch etwas an ihrem Handy zu regeln. Eine andere hatte sich eine Creme ins Gesicht gerieben und war nun noch fleißig dabei, diese einzumassieren. Ich habe sie darauf hingewiesen, dass sie mit fettigen Fingern die Karten besser nicht anfassen sollte. Also musste sie zunächst die Creme einwirken lassen und sich dann die Hände waschen.
Wir haben uns über den Punktestand upgedatet. Dann wurden die Karten verteilt. Mit den erhaltenen Karten war wohl niemand zufrieden. Oft ist es so, dass diejenige, die sich am stärksten über das Blatt beklagt, die Runde gewinnt. Also nimmt es niemand mehr so richtig ernst.
Während des Spiels läuft ein Kind fast ohne Unterbrechung vor Aufregung im Kreis um ihren Stuhl. Nur wenn sie am Zug ist, setzt sie sich kurz hin. Obwohl wir das Spiel nicht zum ersten Mal spielen, wird öfter mal vergessen, wann man eine Karte ziehen oder ablegen muss oder auch darf. Deshalb weisen die anderen diejenigen darauf hin.

Inzwischen sind die Chips aufgegessen und die Boxen mit den gesammelten Süßigkeiten werden geholt. Der Lautstärkepegel ist bei uns immer recht hoch, steigt während des Spiel aber permanent weiter. Meine Hinweise, dass es auch leiser geht, tragen keine Früchte. Immer häufiger wird vergessen, wer am Zug ist. Ein Kind nimmt sich mehr Zeit für einen Zug als die anderen Mitspieler.
Nach der zweiten Spielrunde sind auch nicht alle zufrieden mit dem Spielverlauf. Ich gehe zwischendurch in einen Nebenraum und hole mir Ohrenschützer, die ich eigentlich mal beim Rasenmähen getragen habe, weil der Motor des alten Rasenmähers so extrem hochtourig gelaufen ist und wirklich laut war. Nun verstehe ich zwar noch alles, aber die Lautstärke wird durch die Ohrenschützer angenehm gedämpft.

So langsam frage ich mich, warum ich denn so unentspannt bin und die Zeit mit der Familie nicht richtig genießen kann. Ich weiß, dass ich gerne spiele. Aber mein Konzept davon, wie so ein Spieleabend abläuft, deckt sich nicht mit dem, was ich erlebe.
Ich entscheide mich dafür, das Spiel und den Verlauf nicht so wichtig zu nehmen und spüre, wie die Zeit für mich wertvoller wird.

Nach Runde zwei gewinne ich auch Runde drei, aufgrund eines Fehlers einer Mitspielerin. Die Enttäuschung bei ihr ist so groß, dass wir beschließen dass Spiel zu beenden. So sind wir um 20:50 Uhr fertig mit unseren Familien-Spieleabend. Man kann ja auch nach einer Unterbrechung noch ein anderes Mal weiter spielen.