Das soll ein König sein?

Das soll ein König sein?

Pilatus sagt ja,

die Hohepriester nein.

I.N.R.I.

so steht’s geschrieben.

Jesus von Nazareth, König der Juden.

In allen Sprachen,

das jeder versteht,

dass hier etwas ganz besondres geschieht.

Einer hängt links,

eine anderer rechts,

und in der Mitte der König selbst.

Geschlagen, gekreuzigt, verhöhnt.

Ist das der Weg,

wie Gott die Welt mit sich selbst versöhnt?

Soldaten losen um seine Kleidung,

eine neue Familie in gegenseitiger Fürsorge entsteht.

Und als er den Essig vom Ysop trank,

sprach er: „Es ist vollbracht!“

neigte sein Haupt und verschied.

Was siehst du, wenn du ihn betrachtest?

Wie er dort hängt,

von allen verachtet.

Nein, sein Anblick ist nicht schön.

Kaum zu ertragen,

man mag wirklich nicht hinseh’n.

Doch wenn du hinter die Fassade schaust,

Hinter die Striemen auf der Haut,

erkennst du mehr.

Erkennst du,

dass dort eine Schönheit ist,

die alles andre übertrifft.

Die schöner ist als alles das,

was du zuvor gesehen hast.

Die heller strahlt

als alle Sterne.

Seine Schönheit spiegelt den Glanz der Sonne.

In aller Klarheit

In aller Kraft,

und aller Reinheit.

Eine Schönheit,

die selbst den Tod zu überwinden vermag.

Und die es tat

Am dritten Tag.

Seine Schönheit wird niemals vergeh’n.

Sie ist ein Ausdruck seines Charakter.

Seiner Liebe,

die dich sucht,

bis in die tiefste Tiefe,

bereit zu gehen ist.

Und die dich nie vergisst.

Soll das ein König sein?

Mancher sagt ja,

und mancher nein.

Soll er dein König sein?

 

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Sonnig und kalt

Bei 20 Grad sind wir zu Hause losgefahren. Nach fünf Stunden Fahrt war es deutlich frischer. Ein paar Tage später sehen wir sogar Schneeflocken und Hagelkörner.

Wir haben Urlaub und sind gerne in Küstennähe. Während der vergangenen Jahre ist ein Ort schon fast zum Pflichtprogramm geworden: Lubmin. Einer der schönsten Orte, die ich bisher kennen gelernt habe.

Schon oft war ich hier am Wasser. In den letzten Jahren haben wir den Stand sehr unterschiedlich erlebt. Mal war er vereist mit interessanten Formen, die sich dabei gebildet haben. Im letzten Sommer hingegen lagen viele Menschen auf ihren Handtüchern, in Strandmuscheln und badeten im Bodden. Wir mussten suchen, um einen einigermaßen freien Platz für uns zu finden.

Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Aber der Strand ist immer schön.

Ich erinnere mich noch, dass wir vor einigen Jahren etwas weiter abseits der Seebrücke geparkt haben und zunächst durch ein Waldstück gelaufen sind, bis wir an der Küste ankamen. Dort ging es steil zum Strand hinunter.

Inzwischen parken wir meist in der Nähe der Seebrücke. Und egal, wie windig es ist, ich gehe gern bis vorne an die Spitze der Brücke.

Vor ein paar Tagen waren wir also wieder dort. Es war schön sonnig. Es wehte aber auch ein kalter Wind. Es war ein herrlicher Spaziergang.

Auf dem Weg nach Lubmin kamen wir noch an der Leitung von Nordstream 2 vorbei. Auch das Zwischenlager auf dem ehemaligen Gelände des Kraftwerks ist in der Nähe von Lubmin.

Und doch liebe ich diesen Ort am Strand mit dem feinen Sand, der Düne, der Seebrücke und dem Wasser.

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Religiösität oder Beziehung

Vor ein paar Monaten ist mir aufgefallen, dass das Verständnis des christlichen Glaubens in eine Richtung geht, die gar nicht so sehr aus der Mitte kommt. Ich habe den Eindruck, dass Glaube oft als religiöses Denken und/oder Handeln verstanden wird. Also zB.: ich gehe in den Gottesdienst, bete, singe, lese Bibel. Ich spreche das Glaubensbekenntnis, Vaterunser und kann ein paar Bibelstellen zitieren. Ich versuche eine christliche Position einzunehmen, indem ich vielleicht Nächstenliebe praktiziere. Oder ich bekenne mich zu christlichen Werten, wie dem Wert des Lebens usw.

So wie ich es wahrnehme, werden alle diese Dinge mit Glauben gleich gesetzt. Diese Dinge sind auch nicht verkehrt. Sie sind Teil des christlichen Glaubens, aber sie sind nicht dessen Kern. Wenn jedoch der Kern fehlt, dann wird die ganze Angelegenheit hohl. Wenn Glaube nur aus religiösem Denken und Handeln besteht, dann fehlt ihm die Substanz.

Wie die Überschrift vermuten lässt, verstehe ich den christlichen Glauben als ein Beziehungsgeschehen. Der Glaube ist im Kern eine Beziehung, aus der alles andere erwächst. Es geht um die Beziehung zu Jesus Christus. Ich glaube, dass es der entscheidende Punkt ist. Das ganze Drumherum darf auch sein. Aber wesentlich ist die Mitte. Ohne Mitte bleibt es rein äußerlich und läuft in die Gefahr der erstarrten Tradition. Nichts gegen Traditionen. Aber sie müssen mit Inhalt gefüllt werden.

Es geht eben im Kern nicht um das Einhalten von Vorschriften und Abhalten von Ritualen. Religiösität kann ich abspulen. Aber auf eine Beziehung muss ich mich einlassen. Im christlichen Glauben geht es um Jesus Christus, um die Beziehung zu ihm. Durch ihn komme ich in Verbindung zu Gott. Es ist ein bewusstes Sich-Einlassen auf Jesus. Er ist die Tür, durch die ich eintreten darf. Und er nimmt mich auf.

Schon heute beginnt dadurch etwas Neues. Ich lebe in einer Beziehung. Diese Beziehung prägt mich und mein Leben. Ich will sie gestalten und aus ihr Kraft tanken.

Wenn die Mitte klar ist, dann kann sich um diese Mitte alles andere angliedern. Und weil eine Beziehung gelebt werden will, will ich gern Bibel lesen und beten und was sonst noch für mich dazu gehört.

Maria und Marta

Am letzten Sonntag habe ich über einen Abschnitt aus dem Lukasevangelium gepredigt. Die Rückmeldungen zur Predigt waren sehr gut. Meine härteste Kritikerin meinte, dass ich sie (die Predigt 😉 ) online stellen soll. Manchmal höre ich auf sie (die Kritikerin 😉 ).

Die Aufnahme ist etwas leise. Aber es gibt ja Lautstärkeregler.

Schön!

Zur Zeit nehme ich an der Kreativschmiede des EC Ostfriesland teil, genauer gesagt am Workshop Poetry-Slam. Wir hatten als Hausaufgabe einen Text zum Thema: „Schön“ zu schreiben. Ich habe versucht, dabei zwei Aspekte miteinander zu verflechten. Was bei mir rausgekommen ist, könnt ihr euch anhören, wenn ihr unten auf den Link klickt. 🙂